MERKBLATT Verhalten und persönliche Schutzmaßnahmen bei einem Störfall im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld

Auch wenn das Risiko eines Störfalles durch strenge Sicherheitsbestimmungen geringer ist als bei irgendeiner vergleichbaren technischen Einrichtung, ist für einen Notfall, nach näheren staatlichen Weisungen, Vorsorge zu treffen.

Das Landratsamt Schweinfurt hat, als zuständige Katastrophenschutzbehörde, für das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld einen besonderen, objektbezogenen und vom Bayer. Staatsministerium des Innern genehmigten Katastrophenschutzplan erstellt. Dieser Katastrophenschutzplan enthält Maßnahmen, die bei einem kerntechnischen Unfall im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld durch die zuständigen Behörden zur Gefahrenabwehr und zum Schutze der Bevölkerung und deren Gesundheit zu treffen sind. Die behördlichen Schutzmaßnahmen erreichen jedoch nur dann ihre volle Wirksamkeit, wenn sie durch die Bürger unterstützt werden.

Dazu werden folgende Hinweise gegeben:

1. Die Alarmierung erfolgt durch Sirenensignale oder Lautsprecherdurchsagen
Bitte: - achten Sie auf das Sirenensignal (1 Minute Heulton)
- schalten Sie Rundfunk- und Fernsehgeräte ein (Bayer. Rundfunk und ARD)
- achten Sie auf Lautsprecher-, Rundfunk- und Fernsehdurchsagen
- verständigen Sie Ihre Nachbarn
- halten Sie sich nicht unnötig im Freien auf
- leisten Sie den Durchsagen der Katastropheneinsatzleitung Folge und bewahren Sie Ruhe
2. Die Gemeinde Gochsheim hält Kalium-Jodid-Tabletten als vorbeugende Schutzmaßnahme gegen eine Strahlenbelastung der Schilddrüse bereit, die bei Bedarf an die Bevölkerung ausgegeben werden.
Bitte: - achten Sie auf Rundfunk-, Fernseh- oder Lautsprecherdurchsagen, die zur Abholung der Kalium-Jodid-Tabletten auffordern
- nehmen Sie diese Tabletten unbedingt erst dann ein, wenn dazu ausdrücklich durch Rundfunk-, Fernseh- oder Lautsprecherdurchsagen aufgerufen wird
Ausgabestellen für Kalium-Jodid-Tabletten sind
in Gochsheim: - Rathaus, Am Plan 4-6
- Mittelschule, Adam-Riese-Straße 12
- Vorplatz der Katholischen Kirche, Goethestraße 2
im OT Weyer: - ehemaliges Rathaus, Hauptstraße 9
3. Sollte als äußerste Notfallschutzmaßnahme eine Evakuierung erforderlich werden, wird dies durch Rundfunk-, Fernseh- oder Lautsprecherdurchsagen rechtzeitig mitgeteilt.
Bitte: - achten Sie auf Rundfunk-, Fernseh- oder Lautsprecherdurchsagen, in denen zur Evakuierung aufgerufen wird
- vergessen Sie für Ihr Handgepäck nicht wichtige Arzneimittel, Ausweise und Geld
- vergessen Sie nicht, alle Elektrogeräte abzustellen und schließen Sie Ihre Wohnung ordnungsgemäß ab
- machen Sie die Einsatzkräfte auf bettlägerige oder gebrechliche Nachbarn aufmerksam
- tragen Sie dazu bei, dass die Vorbereitungsmaßnahmen der Einsatzkräfte nicht unnötig gestört werden
- leisten Sie den Weisungen der Polizei und der Einsatzkräfte Folge
Aufnahmeorte in die Sie evakuiert werden und in denen für Sie Aufnahmequartiere bereitstehen sind
für Gochsheim: - Kitzingen
für den OT Weyer: - Bischberg (Landkreis Bamberg)
Zur Beförderung dorthin werden für Sie rechtzeitig und in ausreichender Anzahl Busse an den festgelegten Sammelplätzen bereitgestellt. Die Sammelplätze sind
in Gochsheim: - Großturnhalle, Frankenstraße 1
- Pfarrsaal der katholischen Kirchengemeinde, Schweinfurter Straße 79
im OT Weyer: - Pfarrsaal der katholischen Kirchengemeinde, Ebracher Gasse 1
Achtung: Falls Sie ein privates Kraftfahrzeug benutzen, tragen Sie bitte, soweit möglich, zu einem flüssigen Verkehrslauf bei und leisten Sie den Weisungen der Polizei Folge.
Achtung: Sollten Ihre Kinder zum Unfallzeitpunkt in der Schule oder im Kindergarten sein, werden diese zusammen mit den Lehrern und Erziehern in Sicherheit gebracht. In den Aufnahmebereichen wird dann dafür gesorgt, dass die Familie wieder zusammen geführt wird.

Stand: 11/2013

gez.

1. Bürgermeister
Widmaier 

 

 


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